Die ausgeschöpfte Begabungsreserve

Bauer oder Pfarrer.

Das waren die Alternativen 1960, als mein Vater erkannte, dass ich schnell lernte, mit 5 Lesen konnte und auch ganz gut im Rechnen war.

Bauer, weil ich der Älteste war und den Hof hätte erben können.

Pfarrer, weil das die einzige Möglichkeit war, ohne horrende Internatskosten eine höhere Schule zu besuchen. Viele Begabte haben damals diesen Weg eingeschlagen und viele haben bewusst den späteren Absprung kurz vor der Priesterweihe gesucht, um mit der höheren Bildung ein „ziviles“ Leben zu führen.

Dann kam Georg Picht. Natürlich wäre seine Forderung nach der Ausschöpfung der Begabungsreserven (der Unterschicht und des ländlichen Raums) nur ein Stück Papier eines Sozialforschers geblieben, wenn nicht ein Mangel an Arbeitskräften und besonders an Fachkräften erkennbar gewesen wäre.

Hier ein kleiner Auszug aus dem Dokument, das seinen Beitrag leistete, dass die bayerische Landesregierung drei Gymnasien mitten in den Bayerischen Wald gesetzt hat.

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